
Markus Söder spricht mit Blick auf die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen von einer besorgniserregenden Entwicklung. Bayern versucht gegenzusteuern - und verschärft die Bußgelder.
- Markus Söder beobachtet die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen mit Sorge.
- Rosenheim hat am Wochenende den Grenzwert überschritten, mit den Gegenmaßnahmen zeigte sich Bayerns Ministerpräsident aber zufrieden.
- Söder gab auch bekannt: Bayern verschärft die Bußgelder für Maskenverweigerer.
- Alle Nachrichten zum Coronavirus in Deutschland lesen Sie in unserem Ticker. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen* in Bayern als Karte.
Update vom 25. August, 10.20 Uhr: „Die Zahlen sind besorgniserregend“, sagte Markus Söder am Morgen in einer Videobotschaft, die auf seinem Twitter-Account veröffentlicht wurde. Die Zahlen würden in ganz Deutschland steigen „und es droht eine ähnliche Entwicklung, wie wir sie im März/April diesen Jahres hatten“, warnt Bayerns Ministerpräsident. „Deswegen müssen wir jetzt umso besorgter sein.“
Es gehe jetzt nicht darum, die Zügel weiter zu lockern, sondern sie etwas anzuziehen. Man müsse sich Urlaubsrückkehrern, Familienrückkehrern, aber „auch dem Leichtsinn stellen, der bei vielen Partys und Partygeschehen in Deutschland stattfindet“, so Söder weiter. Man müsse die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen: „Deswegen brauchen wir einheitliche Regelungen in Deutschland. Keine weiteren Lockerungen, konsequentes Vorgehen zum Beispiel wenn es um die Maskenpflicht geht mit höheren Bußgeldern und auch was die Umsetzung der Quarantäne betrifft.“ Bei Verstößen brauche es höhere Strafen, findet der CSU-Chef. „Insgesamt ist klar: Die Lage wird nicht einfacher.“ Um einen Lockdown zu verhindern, „müssen wir dort reagieren, wo es regional geboten ist.“ Es gebe keinen Anlass zur Panik, „aber zu großer Besorgnis.“
Videobotschaft: Corona ist wieder voll da. Wir müssen die Zügel jetzt anziehen, damit wir nicht nochmal in so eine Situation kommen wie im März und April. pic.twitter.com/6KoHj0oWgt
— Markus Söder (@Markus_Soeder) August 25, 2020
Coronavirus in Bayern: Zahlen steigen auch in der Landeshauptstadt München
Update vom 24. August, 16.04 Uhr: Nicht nur in Rosenheim und im Landkreis Ebersberg sehen die Corona-Zahlen besorgniserregend aus. Auch in der Landeshauptstadt München nähern sich die Corona-Fälle stark dem Frühwarnwert der 7-Tage-Inzidenz von 35 an. Er liegt derzeit (Stand: Sonntag, 23.59 Uhr) bei 30,92. Das heißt so viele Menschen haben sich in den vergangenen sieben Tagen - auf 100.000 Einwohner gerechnet - mit dem Virus pro Tag angesteckt. Und die Infizierten-Zahlen vom Wochenende werden diesen Wert noch weiter nach oben treiben. Am Freitag gab es 68 neue Fälle, am Samstag 30 und am Sonntag 41.
Einzig ein Grund zum Aufatmen ist die relativ niedrige Reproduktionszahl in München. Sie liegt derzeit bei 0,76. Somit stecken im Augenblick 100 Infizierte 76 Menschen mit dem Virus an. Ziel ist es, den Wert so weit wie möglich unter eins zu halten, um eine Verbreitung von Covid-19 einzudämmen.
Corona in Bayern: Ministerpräsident Markus Söder warnt vor einem zweiten Lockdown
(Erstmeldung) München - Markus Söder* hat sich am Montag in München zur aktuellen Corona*-Situation geäußert und sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung“*. Weiter sagte der bayerische Ministerpräsident: „Wir müssen jetzt die Zügel wieder anziehen“. Er wolle mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen: „Wir müssen jetzt schnell reagieren, damit wir keinen zweiten Lockdown bekommen.“
Coronavirus in Bayern: Rosenheim überschreitet Grenzwert - Söder zufrieden mit Gegenmaßnahmen
Angesprochen auf die Stadt Rosenheim, die am Wochenende kurzzeitig den Grenzwert für Neuinfektionen* innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern überschritten hatte, zeigte sich Söder zufrieden mit den dort getroffenen Gegenmaßnahmen. „Ich glaube das ist eine sehr gute Vorgehensweise, die auch anderswo zutreffen kann.“ Er sprach von einem „schnellen und konsequenten Einschreiten.“ Unter anderem müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten zwei Corona-Tests* unterziehen.
Coronavirus in Bayern: Söder verkündet Maßnahme - Freistaat verschärft Bußgelder
Söder kündigte auch eine weitere Maßnahme für den ganzen Freistaat an: Bayern verschärft die Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht. Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will der Freistaat die Dynamik der zweiten Corona-Welle ausbremsen. „Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. „Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt“, sagte Söder.
Wir müssen im Kampf gegen Corona die Zügel anziehen. Je höher die Infektionszahlen, desto wichtiger sind Masken. Bayern wird das stärker kontrollieren und erhöht die Bußgelder von 150 auf 250 Euro. Auch die Polizei wird verstärkt kontrollieren. Corona verzeiht keinen Leichtsinn. pic.twitter.com/kUO1GKt3G7
— Markus Söder (@Markus_Soeder) August 24, 2020
Coronavirus in Bayern: Freistaat erhöht Strafen - Bußgeldkatalog wird erarbeitet
Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog. Dieser soll noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist dafür nicht nötig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.
Söder kündigte außerdem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es diese nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr.(kam mit dpa) *Merkur.de/tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks
CDU und CSU bringen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz im Spiel, doch Olaf Scholz sagt nein. Der SPD-Kanzlerkandidat hat Recht, findet Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.*
Coronavirus in Bayern: Polizei kontrolliert Maskenpflicht in Bus und Bahn
Die Reproduktionszahl R ist in der Corona-Krise für Politiker und Experten ein zentraler Wert. Was es damit auf sich hat, und warum er im Kampf gegen das Coronavirus entscheidend ist.* Unterdessen laufen die Forschungen weiter: Nach einem Impfstoff aber auch nach dem tatsächlichen Ursprung des Erregers. Der liegt vermutlich gar nicht in Wuhan. In Nürnberg ging ein mit Corona-Infizierter in einen Nachtclub feiern. Jetzt sucht das Gesundheitsamt nach den anderen Partygästen.
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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel
August 25, 2020 at 03:32PM
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Corona Bayern aktuell: „Es droht eine ähnliche Entwicklung“: Herbe Söder-Warnung in neuer Videobotschaft - Merkur.de
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